Zermatt-Marathon
Zermatt-Marathon
Teilnehmerrekord beim 7. Zermatt-Marathon
Tassanis nach Laufwoche gut dabei
Zermatt/Ainring. Das heimische Läuferehepaar Barbara und Stephan Tassani-Prell leitete bereits zum fünften Mal die Vorbereitungs- und Akklimatisierungs-Laufwoche für den immer beliebter werdenden Bergmarathon von St. Niklaus im „Vispa-Tal“ bis hinauf zum Riffelberg auf knapp 2.600 Meter über Meereshöhe.
Mit über 1.500 Teilnehmern über die 42,195 Kilometer lange Strecke mit 1.944 Höhenmetern im Aufstieg und 400 Höhenmetern bergab hatten die Verantwortlichen um OK-Chef Stefan Truffer und Renndirektorin Andrea Schneider einen neuen Teilnehmerrekord zu verzeichnen. Darunter auch drei Bergläufer aus dem Berchtesgadener Land: Neben dem Sieger des 1. Zermatt-Marathons Stephan Tassani-Prell und dessen Ehefrau Barbara (beide SC Ainring) beteiligte sich mit Sabine Baringer aus Freilassing eine weitere heimische Läuferin am Marathon.
Die Laufwoche, zum ersten Mal nicht mehr auf dem logistisch schwer zu erreichenden Riffelberg, sondern im neuen Hotel Restaurant „Sonnmatten“ oberhalb Zermatt auf knapp 1.700 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, diente einer zwölfköpfigen Läufergruppe aus Deutschland, Luxemburg, Dänemark, Spanien und der Schweiz zur Höhenanpassung und Vorbereitung auf den Zermatt-Marathon.
Die hochsommerlichen Temperaturen und extreme Sonneneinstrahlung, vor allem oberhalb der Baumgrenze, hatten am Renntag eine relativ hohe Ausfallquote und etwas langsamere Zielzeiten zur Folge. Auch der Favoritenkreis dünnte sich bereits am Vortag durch die krankheitsbedingte Absage, trotz Anwesenheit, des Vorjahressiegers und Langdistanz-Weltmeisters Helmut Schießl aus Buchenberg im Allgäu, sowie der verletzungsbedingten Aufgabe des ehemaligen deutschen Nationalläufers Max Frei aus Freiburg und des Lokalmatadoren Martin Anthamatten aus Zermatt bei Halbdistanz. Etwas „zäh“ lief es auch bei Stephan Tassani-Prell, der in Zermatt bereits zum „Inventar“ gehört. Der 37jährige Ainringer Premierensieger mußte sich bei seiner siebten Teilnahme mit dem 20. Gesamtrang in 3:42:13 Stunden zufrieden geben.
Als Erster erreichte der südtiroler Lehrer Gerd Frick aus Meran in guten 3:11:22 Stunden, dennoch etwa fünf Minuten langsamer als im Vorjahr, wo der sympathische Berglaufspezialist Rang zwei belegte, das Ziel am Riffelberg. Dicht auf den Fersen war ihm bis zuletzt erwartungsgemäß der junge Engländer Tim Short. Auch bei den Damen lagen lediglich 21 Sekunden zwischen Rang Eins und Zwei: Lizzy Hawker aus England siegte in 3:45:19 Stunden vor der Schweizerin Claudia Landold.
Barbara Tassani-Prell verteidigte zunächst ihren zehnten Damen-Gesamtrang aus dem Vorjahr (4.30:14 Stunden). Fiel aber nach der Siegerehrung auf Grund einer „undurchsichtigen“ Netto-Zeit-Regelung, knapp auf Rang elf zurück, obwohl die spätere Zehntplatzierte während des gesamten Rennens stets weit hinter der gebürtigen Pidingerin lag und das Ziel erst knapp 12 Minuten später erreichte.
Da das Organisationskomitee diese Ungerechtigkeit erkannte, durfte Barbara Tassani-Prell ihren wohlverdienten Preis für Rang Zehn dennoch behalten. Sabine Baringer erreicht bei ihrem ersten Zermatt-Marathon in beeindruckenden 5:13:09 Stunden das Ziel.
Besonderes „Gänsehaut-Gefühl“ kam bei den Marathonläufern kurz vor dem Ziel auf, wo ein Dudelsackspieler in schottischer Originaltracht die Läufer empfing. Insgesamt war die Stimmung auf der Laufstrecke einmalig: „Guggenmusik“-Bands aus Luzern, Alphornbläser und mit überdimensionalen Kuhglocken ausgestattete Fans säumten vor allem in den malerischen walliser Gebirgsdörfern St. Niklaus, Randa und Täsch, sowie entlang der Zermatter Bahnhofstrasse mit einem dichten Zuschauerspalier, die Rennstrecke.